Besuch im Bundestag

Bundestag

Als Berliner im Bundestag. Für die Abgeordnete für Berlin-Mitte, Frau Dr. Eva Högl trifft das voll zu. Aber als Berliner zu Besuch im Bundestag ? Was ist daran Besonderes? 15 Mitglieder des SeniorenComputerClubs Berlin-Mitte folgten trotzdem voller Neugierde der Einladung,

Eva Högl ist Patin des KREATIVHAUS e.V., unserem Trägerverein, manche vielleicht nicht zum ersten Mal. Von der Tribüne des Plenarsaales sahen wir die „Fette Henne“, den 2,5 Tonnen wiegenden Bundesadler über dem Präsidium, der beim Hauptstadtumzug ebenfalls von Bonn nach Berlin transportiert wurde. Mit Augenblick sahen wir den

Kanzlerstuhl mit erhöhter Lehne, auf dem Angela Merkel (Hobby: Kuchen backen) so gerne sitzt und weiter sitzen bleiben will . Wir fragten, warum die Sessel der Kanzlerin, der Minister und Abgeordneten lilafarben sind. Die Antwort lautete, dass der Architekt, Sir Norman Foster, keine Farben wählen wollte, die in Deutschland einer politischen Richtung zugeordnet werden. Und dann wurde uns der „Hammelsprung“ erläutert. Er wurde bereits im 19. Jahrhundert eingeführt, um Zweifel über das Abstimmungsergebnis oder die Beschlussfähigkeit zu klären. Es soll sich nicht darum handeln, dass Abgeordnete wie Schafe zur Abstimmung getrieben werden. Für den Hammelsprung im Bundestag verlassen die Abgeordneten den Plenarsaal und betreten ihn nach Eröffnung durch den Präsidenten wieder durch eine der drei Türen, die jeweils für „Ja“, „Nein“ oder „Enthaltung“ stehen. Bereits der Architekt des früheren Reichstages, Paul Wallot, kannte diesen Begriff und verzierte die „Nein“-Tür

mit einem Bild von Rübezahl und die „Ja“-Tür mit dem blinden Zyklopen Polyphem, der seinen Widersachern über den Rücken streicht. Unter dessen Bäuchen klammern sich Odysseus und seine Gefährten fest, um dem Riesen zu entkommen. Wir sind auf jeden Fall ihm entkommen, weil wir bei strengsten Sicherheitskontrollen das Gebäude durch andere Türen betreten und verlassen konnten.

In der anschließenden Fragestunde mit Frau Dr. Högl spürten wir, dass sie mit viel Engagement in der Fraktion, den Ausschüssen des Bundestages und im Kontakt mit den Wählern ihre politischen Ziele verwirklichen will und dabei Wert auf größtmögliche Transparenz legt.

Für alle Fotofreunde waren die Kuppel und die Terrasse Anziehungs- und Ausgangspunkt für ihre Aufnahmen über den Dächern von Berlin. Wenn man gehofft hatte, die eine oder andere Persönlichkeit auf der Dachterrasse zu entdecken, blieb vielleicht Enttäuschung zurück. Eine Stadtrundfahrt durch das Regierungsviertel und die City von Berlin erinnerte uns an die vielen baulichen Veränderungen, die seit dem Hauptstadtumzug bereits eingetreten bzw. noch im Gange sind, z.B. der Neubau des Bundesnachrichtendienstes und des Bundesinneninisteriums. Auch der Besuch des Bendlerblocks, dem Sitz des Bundesministeriums für Verteidigung, sorgte für lebhafte, zum Teil kontroverse Diskussionen. Es war für uns Senioren sicherlich ein anstrengender und zugleich informativer Tag.