50 Jahre Internet

email 50 web

Die e-Mail ist 50 geworden und das Internet (WWW) erst 40. Wie geht das zusammen?

Die Notwendigkeit, dass Menschen über Rechner Nachrichten austauschen ergab sich viel früher. Aus diesem Anlass eine kurze Aneinanderreihung von persönlichen Meinungen und Eindrücken zu diesem Thema. Und wir stehen voll drin in den Weterntwicklungen. Die Mail wurde schon oft totgesagt. Sie hat neben den anderen Diensten im Internet durchaus ihre Berechtigung bis heute erhalten. Täglich werden allein in Deutschland ca. 80 Millionen Mails abgesetzt.
Dazu etwas:
Historisches
Persönliches
zum Schmunzeln
in eigener Sache

Historisches
Der Chemieingenieur, Ex-Marinefunker und private Weltraumforscher Heinz Kaminski (1921–2002) von der Sternwarte Bochum der Volkshochschule empfing in der Nacht zum 5. Oktober 1957 als erste und einzige westeuropäische Stelle Funksignale aus dem Weltall und lieferte damit den Beweis für die Existenz von Sputnik. Diese später "Sputnikschock" genannte Situation wurde von der östlichen Gegenseite vortrefflich propagandistisch ausgenutzt und sollte die technische Entwicklung bis heute beeinflussen. Es folgte noch mehrere Sputniks, das erste Lebewesen im All, der erste Mensch, die erste Frau. Nur bei der Mondlandung waren sie nicht dabei. Hinter vorgehaltener Hand tuschelte man damals: "Was sollen die Russen auf dem Mond, spätestens seit 1917 leben sie schon hinter'm Mond".
Aber zurück zur Geschichte.
Schlagartig erkannten die Strategen in den USA, dass sie verwundbar waren, das atomare Wettrüsten hatte bereits begonnen. Aus strategischen Überlegungen heraus wurde es erforderlich, dass Großrechenanlagen miteinander kommunizieren konnten, damit militärische Kommandstrukturen erhalten blieben. Man erkannte sehr schnell, dass eine Bündelung der Forschungs- und Entwicklungsressourcen nötig war. Das führte in der Folge zur Gründung der "NASA" in den USA und "blue strike" im United Kingdom.
Zur Stärkung der Kooperation und Vernetzung der Kommunikation wurde die Advanced Research Projects Agency (ARPA), eine Abteilung des PENTAGON ins Leben gerufen, aus der das ARPANET hervorging, ein Vorläufer des heutigen Internet. Skeptiker sahen allerdings keinen Sinn in der Vernetzung von Computern. Damals schon, 1968, wurden zentrale Grundlagen gelegt wie eine dezentrale Netzstruktur und Paketübermittlung von Daten.
Die erste verbürgte Kommunikation zwischen zwei Rechnern bestand aus fünf Buchstaben "LOGIN". Schon nach drei Zeichen brach die Verbindung zusammen. Aus einem rein militärisch genutzten Netzwerk, über den Zusammenschluss von Rechnern universitärer Forschungseinrichtungen entwickelte sich das Internet, wie wir es heute kennen und die Entwicklung geht weiter, Stichworte IoT, KI.
gv        

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Persönliches
Fünfzig Jahre Internet ist, denke ich, ein gegebener Anlass, um einmal inne zu halten und sich zu fragen, was nutzen wir da eigentlich? Für mich begann das "Internet" mit einer Dokumentation des ARPANETs, eine rein technische Beschreibung. Damals war überhaupt nicht daran zu denken, dass wir uns alle Computer leisten können. Mobilfunk war nur etwas für Spezialisten und Smartphones lagen außerhalb dessen, was wir denken konnten.
Was macht man mit einer technischen Beschreibung? Für mich war es schwer, darin einen Trend zu sehen und die Möglichkeiten abzuleiten, die heute einfach da sind. Man las, staunte und dachte: "Nun ja". Datenfernübertragung mittels Modems gab es schon und ich war beschäftigt mit der Entwicklung eines des modernsten Datenübertragungsdienstes, dem Teletex. Ein Dienst, wie es sich später herausstellte, der sich nie durchsetzten sollte.Heute werden dafür E-Mail oder Whatsapp genutzt, alles Dienste, die abgehört oder bei denen die Informationen von den Betreibern für eigene Zwecke genutzt werden können. Überhaupt, an all die Schattenseiten des Internets dachte damals niemand.
Aber, etwas Neues, Tolles hat das Internet schon gebracht und es ist bei weitem noch nicht am Zenit angekommen. Was wird uns das Internet der Dinge (IoT) bringen, das smart home, Roboter oder Industrie 4.0?
Was wünsche ich mir?
Ich wünsche mir einen Dienst, bei dem ich eine Fahrt von a nach b anmelden kann und ob ich ohne oder mit sehr viel Gepäck unterwegs sein werde. Dann sagt mir der Dienst, dass ich morgen um 8:00 Uhr mit meinem PKW starten kann, bis zum nächsten Bahnhof und ....
... mein Gepäck wird abgeholt und steht, wie von Geisterhand, bei meiner Ankunft am Zielort. Der Straßenverkehr fließt ohne Stau.
ma

Genau das was Du Dir wünschst, wünsche ich mir auch! Für meine Frau und mich wird das Reisen auch immer beschwerlicher: Die Hetzerei, Kofferschleppen usw., da überlegt man sich doch schon mal, ob man nicht doch lieber zuhause bleibt, schade. Sag mir Bescheid, wenn Du eine Lösung gefunden hast.
di

Der PC hat das Berufs- und auch das private Leben revolutioniert.Wenn ich an die DDR-Zeit denke, hatte kaum ein Haushalt ein eigenes Telefon. Manche glückliche Besitzer teilten sich den Anschluss mit einem Nachbarn.. In unserem Hochhaus hatten wir für alle Mieter eine Telefonzelle. Das war schon Luxus. Heute hat jeder Haushalt nicht nur ein Telefon, sondern fast jedes Familienmiglied besitzt ein Handy oder Smartphone.
Wenn ich an meine Berufszeit denke, hatten wir einen Reuterticker und für bestimmte Tageszeiten Telefonstandschaltungen nach London. Heute hat jeder einen PC auf seinem Schreibtisch, wo er seine Geschäfte abwickeln kann.
ch

Die Schattenseite des Internets  ist, dass jeder seinen ungezügelten Pups in die ganze Welt verteilen kann. Die Sylvesternacht vor dem Hauptbahnhof Köln war der sichtbare Anfang der Nachteile des Internets. Unerlaubtes und Ungezügeltes kann nicht verhindert werden und vergiftet die Menschen. Deswegen sollte das Internet nicht abgeschafft werden, aber über seine Anwendung zum Segen und nicht zum Schaden muss nachgedacht werden.
ha         

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zum Schmunzeln
Woher kommt eigentlich dieses "Mail-Erkennungszeichen" -@-?
Zur Erinnerung: eine Mailadresse besteht aus dem Namen, gefolgt vom @-Zeichen und mindestens einem "." nach dem @.
Folgende Version scheint mir am Plusibelsten zu sein: 
Im angelsächsischen Sprachraum war @ ein Begriff der Handelssprache. Drei Äpfel @ 15 Cent. Ein Zuordnungszeichen wie das französische à oder das deutsche zu. Im Zeitalter der Schreibmaschine fand das @ für diese Verwendung den Weg auf die Tastatur, bis es wieder neu entdeckt wurde. 1972 suchte der amerikanische Programmierer Ray Tomlinson nach einem klaren Trennungszeichen für das Kodieren von Emailadressen. Das Zeichen durfte kein Buchstabe oder Ziffer sein, damit es in keinem existierendem Namen vorkommt. Tomlinson fand auf seiner Tastatur das @ Zeichen und übertrug ihm seine heutige, neue Bedeutung.
Wir nennen es Klammeraffe, in Italien heißt es Schnecke, in Tschechien  und der Slowakei Rollmops, in Israel Shtrudl. Die Finnen und Schweden haben für @ auch Katzenmetaphern ersonnen: Katzenschwanz, Katzenpfote, Miukumauku (Finnisch für Miau). Die Polen sagen Kätzchen. Die Russen nennen @ dagegen meist Hündchen (собачка). Gebäck muß herhalten bei der schwedischen Zimtrolle, vielleicht beim polnischen Schweinsohr. Wurm oder Made (Kukac) nennen es die Ungarn, die Thais geringelter Wurm und in Dänemark ist Elefantenrüssel allgemeiner Sprachgebrauch.

Das @-Zeichen in anderen Ländern

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 in eigener Sache
Ich wurde als Teilnehmer eines Workshops mal gebeten Visionen (Internet) für die nächsten fünf bis sieben Jahre zu entwickeln. Gegenfrage meinerseits: "Wissen Sie ,was in sechs Monaten sein wird?". Wir sind mittendrin in einer rasanten Entwicklung. Stichworte wie "Internet der Dinge" (IoT) oder"künstliche Intelligenz" (KI/AI) sprechen Bände.
Mein Aufruf: "Lasst uns das Internet als Werkzeug begreifen. Das Internet ist nicht per se gut oder schlecht. Jeder sollte für sich den Nutzen erkennen und es in diesem Sinne nutzen. Medienkompetenz ist immer auch Altersvorsorge!"
Ich wünschte mir von der offziellen Politik eine größere, öffentliche Anerkennung der Leistungen, die bürgerschaftlich Engagierte auf diesem und vielen anderen Gebieten leisten. Wünschenswert wäre bei ausgelobten Preisen auch immer einen Preis für Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Leuchttürme, Ideen, ganz allgemein Innovationen sind wichtig aber nicht wichtiger als Basisarbeit. Das wurde aufgeschrieben von einem Internetlotsen des Digital Kompasses, der sich inzwischen seit mehr als 18 Jahren im "Spannungsfeld" von Senioren und Computern bewegt.
gv         

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