re:publica 2014

SCC rp 3002Geschichten beginnen, wie Geschichten eben beginnen, so auch diese… das Telefon klingelt… ich bin der und der… ich habe die und die Idee… Bloggerkonferenz… Europas größte… Web 2.0… Gleisdreieck…

Berlin Anfang Mai… re:publica… könnten Sie sich vorstellen mitzumachen??…

In meinen Augen zunächst auch Fragezeichen, dann… schreiben Sie mir doch bitte eine kleine Mail…
So begann unser Abenteuer mit der re:publica 2014. Am Anfang war es eine "challenge" (Herausforderung) und am Ende war es eine "experience" (Erfahrung - und keine schlechte).
Schnell wurde eine "fiktive Reisegruppe" von 10 Clubmitgliedern zusammen gestellt, die sich dieser Herausforderung stellen wollten. Innerhalb von 1½ Stunden hatten sich die Teilnehmer gemeldet.
Das Telefon klingelt abermals. Hier RBB - Ja ich habe gehört der SCC Berlin-Mitte plant, in diesem Jahr auf der re:publica mitzumachen…
Zwei Reporter des RBB (Radio 1 und INFO-radio) begleiteten uns an diesem Tag. Nachzuhören noch einige Tage unter:
Radio 1 oder
INFO-radio

Es folgen erste Gedankensplitter von unseren Clubmitgliedern:

Die re:publica ist die größte Veranstaltung dieser Art in Europa, und wir tauchten in eine "digitale Welt" ein. Besucher mit lässigen Outfit von jung bis ins gesetztere Alter, alle mit Laptop oder Smart-Phone "bewaffnet", bevölkerten die "Location".
Wir wurden ganz analog mit 2 Einwegfotoapparaten (mit FILM!!!) ausgerüstet, und Reporter vom RBB begleiteten uns an diesem Tag. Ein breites Programm von Vorträgen und Diskussionen fand auf Dutzenden von "Stages" (Bühnen) statt. Bei den verschiedenen Projektpräsentationen konnte man sich umfassend informieren. Ein interessanter Vortrag von Gesche Joost (seit kurzem "Internetbotschafterin" der Bundesregierung bei der EU) über digitale Innovationen und Kommunikation rundete unseren Besuch ab
Jutta S.

Ich war angenehm über die Vielfalt der Themen und die Professionalität der Teilnehmer überrascht. Ich habe mir die Stände in den Hallen angeschaut und einige Vorträge besucht. Schon, wenn man sich das Programm anschaut, ist man über den "bunten Mix" der Themen überrascht. Und die Vorführenden weisen auch eine hohe Professionalität auf und sind ingesamt doch sehr locker bei der Durchführung. Ich glaube, dass für jeden, der mit dem Internet zu tun hat, etwas dabei ist.
Dittmar A.

Es ist nicht alltäglich, dass man eine Veranstaltung, die ich normalerweise nicht unbedingt wahrgenommen hätte, besucht. In Berlin finden täglich so viele Dinge und Veranstaltungen statt. Und doch bin ich am 6. und 7. Mai in einer Location, so nennt man das heute, bei der re:publica gelandet. Keine Krawatten, keine dunklen Anzüge, lauter nette junge Menschen, die mit Smartphones, Laptops oder auch ohne durch die Gegend laufen und eine sehr angenehme Stimmung verbreiten. Konferenz - zu meinen Dienstzeiten war ich etwas völlig anderes gewöhnt.
So haben wir uns also in das Getümmel gestürzt. Die Hauptakzente lagen auf den Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden. Dennoch gab es interessante Gespräche an den Ständen von WIKIMEDIA, JOIZ - einem neuen TV-Kanal - oder dem Stand der Staatskanzlei von BW, die bekanntlich alles können außer hochdeutsch.
Gegen Mittag haben wir uns dann zum Vortrag von Frau Prof. Gesche Joost getroffen. Das Thema war "Designforschung für die vernetzte Gesellschaft". In nur dreißig Minuten hat sie sehr ordentlich über ihre Forschung, unter anderem auch über unsere nunmehr 3½-jährige Zusammenarbeit ("Vernetzte Nachbarschaft") berichtet. Da ich sie zum ersten Mal so erleben durfte, war ich sehr überrascht über die gute Rhetorik und verständliche Sprache. Man spürte wie die Begeisterung auf das Publikum übersprang. Als Internetbotschafterin für Deutschland macht sie sicher gute Arbeit in Brüssel
Bogdan P.

Mein erster Besuch der re:publica

Erst ein Projekt der Fachhochschule Potsdam gab mir und weiteren Mitgliedern des SeniorenComputerClubs, Berlin-Mitte, die Gelegenheit, die re:publica zu besuchen.

Johannes Herseni, Student an der Fachhochschule beschäftigte sich mit der Frage „wie die digitale Spaltung der Gesellschaft überwunden und Medienkompetenz besser vermittelt werden kann. Ziel des Projektes eine Gruppe von Menschen, für die die Konferenz und ihre zentralen Themen sonst nicht interessant wären oder die ihnen gegenüber eher skeptisch eingestellt sind, sollen durch den Besuch die Möglichkeit bekommen, die re:publica zu besuchen. Dabei entstehen sicherlich interessante Situationen und Interaktionen mit regulären re:publica-Besuchern. Diese Begegnungen, die normalerweise niemals stattfinden würden, sollen beiden Seiten die Möglichkeit zum Austausch, zum Diskurs und Perspektivwechsel geben.“

Dass wir Neulinge auf der Konferenz waren, ist sofort aufgefallen, schon durch unser Alter. Ich war gespannt, was erwartet mich, verstehe, worum es geht? Gespräche an Ständen aber auch Vorträge wie zum Beispiel „Wenn der Kühlschrank twittert“ - Das Internet der Dinge, zeigt Wege und Anwendungen im Netz, die für mich neu und sehr interessant waren. Aber auch die Forderungen für ein freies Internet, mehr Sicherheit im Netz und selber mehr Verantwortung für die eigenen Daten zu übernehmen kam an.

Fazit: Für mich eine gelungenes Projekt, und die Aufforderung, Senioren in die digitale Gesellschaft miteinzubinden.

Karola K.

Es war für mich zunächst eine wirkliche Herausforderung. In der Nachschau muss ich feststellen - dieser Tag war eine großartige Erfahrung. Wenn man im Nachhinein einige Themen vertieft, kann ich mich der Meinung, dass die re:pblica, es war die 8. Konferenz, erwachsen geworden ist, nur anschließen. Sie ist endgültig auch politisch geworden. Sascha Lobo hat es in gewisser Weise auf den Punkt gebracht: "Vor Snowden war alles irgendwie lustiger". Aber gerade die nachdenklichere Atmosphäre, das Reflektieren hat mich stark inspiriert. Ich kann nur allen Interessierten, unabhängig vom Alter, empfehlen, Thesen, Beiträge und Diskussionen nachzulesen, nachzuhören oder nachzusehen - auch wenn die re:publica 2014 Geschichte ist. Die Themen werden uns noch längere Zeit beschäftigen und in einer mehr und mehr vernetzten Welt immer wichtiger.
Hier der Beitrag des jüngsten Redners auf der diesjährigen re:publica.
Günter V.

Als ich die Einladung zu diesem Kongress bekam, sagte ich erst einmal spontan zu, ohne tiefer in das Programm einzusteigen. Als der Termin aber immer näher rückte und die Medien ausführlich darüber berichteten, kamen mir doch Zweifel, ob ich dort unter den Computerexperten richtig bin.

Doch die Bedenken schmolzen schnell dahin, als wir das Gelände am Gleisdreieck betraten. Wir tauchten ein in das wuselige Geschehen. Man konnte den Eindruck gewinnen, auf einer Messe zu sein. Viele Stände luden zum Gucken und Verweilen ein.

An einem Stand wurde eine Brille vorgestellt, durch die man mit den Augen den Bildschirm bewegen kann. Ich durfte dieses Wunderwerk einmal ausprobieren. Ich setzte die Brille auf, eine Weltkarte war zu sehen. Nun musste ich ganz starr auf Amerika schauen, und der anvisierte Kontinent wurde größer und größer. Nun fixierte ich New York, und siehe da, NY. erschien groß in meinem Blickfeld. Und der praktische Nutzen? Ein Arzt hat beim Operieren beide Hände frei und muss nicht dauernd den Blick auf einen großen Bildschirm werfen.

Aber ganz besonders für querschnittgelähmte Rollstuhlfahrer ist dieser Anwendungsbereich ein Segen. Dadurch, dass er den Rollstuhl mit den Augen steuern kann, gewinnt er sehr viel mehr Selbständigkeit.

Das absolute Highlight aber war der Vortrag von Frau Professor Dr. Gesche Joost, übrigens ein Ehrenmitglied des SCC.

Thema war „Designforschung für die vernetzte Gesellschaft“.

An zwei Beispielen erläuterte sie die Arbeit mit ihrem wissenschaftlichen Team. Da ist zuerst ein Handschuh zu erwähnen, den die Gruppe für Taubblinde entworfen hat, deren einzige Kommunikationsmöglichkeit ja der Tastsinn ist. Gewöhnlich „lormen“ die Betroffenen sich gegenseitig das Alphabet mit den Fingern auf bestimmte Punkte der Hände. Nun wurde ein Handschuh entwickelt, auf dem Sensoren befestigt sind, die „Lorm-Alphabet“ in unsere Sprache übersetzt. So tut sich für diese Menschen eine völlig neue Welt auf. Einfach wunderbar. Technisch ein Kinderspiel, wie Frau Dr.Joost berichtete.

Eine zweite Anwendung ist gerade für uns Ältere höchst interessant. Es kann die Zeit kommen, dass wir einmal einen Pieper benötigen, der Hilfe herbeiruft. Häufig hört man aber, dass die Pieper gerade dann nicht zur Hand sind, wenn sie benötigt werden. Da hat sich das „Joost-Team“ etwas Besonderes ausgedacht: Sie strickten mit einer herkömmlichen Strickmaschine eine Jacke und verwoben dabei Metallfäden, die als Leiter dienen. So braucht der Benutzer der Jacke z. B. nur am Kragen zu ziehen und schon wird der Hilferuf weiter geleitet. Da kann man doch beruhigt in die Zukunft schauen!!!

Fazit: Ein sehr gelungener und lehrreicher Ausflug!!!
Giesela C.